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Privates Liebfrauengymnasium Büren

PC- und Konsolenspiele - einfach eintauchen

30.09.2019

Am 19.09.2019 hielt Herr Harry Lause, Referent der Initiative Eltern und Medien, ein Angebot der Landesanstalt für Medien NRW, einen sehr informativen Vortrag zum Thema „PC- und Konsolenspiele - einfach eintauchen?“. In der gut gefüllten „AusZeit“ des Liebfrauengymnasiums folgten die Eltern seinen Ausführungen höchst konzentriert, bevor sie am Ende in einer Diskussion zeigten, dass sie das Thema im Alltag ständig bewegt.
Herr Lause erfährt in seinem Arbeitsalltag als Diplom-Sozialpädagoge in der Jugendarbeit aus erster Hand, was die Jugendlichen im Netz bzw. an der Playstation so erleben. Im Vortrag thematisierte Herr Lause besonders beliebte Spiele, unter anderem ging es um die Form der Gewaltdarstellung bei Fortnite und generell um die verschiedenen Abstufungen der Gewaltdarstellungen in den verbreitetsten Spielen. Er verwies auf besonders problematische Spiele, erklärte aber auch, woher die Faszination dieser digitalen Spiele für Kinder und Jugendliche kommt. Der hohe natürliche Spieldrang wird befriedigt und die Kinder erleben Bestätigung und Anerkennung unter Gleichgesinnten. Zum Teil werden Bedürfnisse befriedigt, die im realen Leben zu kurz kommen, welches auf tiefer liegende Probleme hinweisen kann.
Herr Lause verwies auf den problematischen Aspekt, dass die zunächst kostenlosen Spiele durch den Anreiz, bestimmte Funktionen für Geld kaufen zu können, zu einer Taschengeldfalle werden können. Unter spielbar.de und spieleratgeber-nrw.de finden Eltern Informationen zu geeigneten Spielen. Spielaffe.de bietet kindgerechte Spiele, die auch für die Familie geeignet sind. Allgemeine Informationen zu digitalen Spielen bietet die Seite klicksafe.de.
Die Suchtgefährdung entsteht durch einen sehr hohen Spannungs- und Identifikationsfaktor, ganz besonders bei Rollenspielen, in denen man sich seine eigene Spielerfigur erstellt. Schwierig sei auch oft der Umgangston (toxic behaviour). Es bilden sich große, zum Teil weltweite, anonyme Spielergemeinschaften. Man weiß nicht, mit wem das Kind da wirklich spielt. Eltern können ihre Kinder prophylaktisch darauf vorbereiten, ihnen aufzeigen, wie sie damit umgehen und vor der Preisgabe jeglicher persönlicher Informationen deutlich warnen.
Sein wichtigster Tipp für die Eltern war, sich mit den Kindern und ihren Spielen zu beschäftigen: „Was machst du da eigentlich?“ Mitspielen und erklären lassen, Halt und Anerkennung in Familie und Freundeskreis sind wichtige Faktoren gegen mögliches Suchtpotenzial. Es gibt aber Anzeichen von Abhängigkeit, die zu beachten sind. Dabei geht es vor allem um die Motivation - „Ist das Spiel Kompensation für andere soziale Ergebnisse? Gibt es Entzugserscheinungen, wenn nicht gespielt wird? Ändert sich das Freizeitverhalten? Gibt es einen Leistungsabfall?“ – sind dabei wichtige Fragestellungen.
Eltern müssen da Grenzen setzen und gemeinsam mit den Kindern nach Alternativen suchen. Unter www.ins-netz-gehen.de können Kinder einen Selbsttest zu ihrem Spielverhalten machen. Das Bündnis für Mediensucht in Paderborn bietet Hilfe und Beratung für Eltern. Wichtig ist, dass Regeln gemeinsam mit den Kindern aufgestellt werden. Dafür kann man online einen Nutzungsvertrag unter mediennutzungsvertrag.deerstellen.
Letztlich ist aber die Vorbildfunktion von hoher Bedeutung, d.h. auch Eltern sollten sich in die Regeln einbinden und zum Beispiel an medienfreie Zeiten halten.
Alle Anwesenden waren sich einig, dass dieser Vortrag mit seinen vielen Informationen und Tipps sehr gelungen war.

(REI)