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Beratung in Corona-Zeiten

16.03.2020

Corona-Zeiten - was nun?

Der Alltag hat sich sehr geändert, was eine große Herausforderung für uns alle ist. Viele Dinge fallen weg, wir können uns nicht einfach mit Freunden treffen. Das kann Unsicherheiten bringen, Fragen tauchen auf, vielleicht entstehen auch Sorgen und Streit. Es besteht die Unsicherheit, wie es in nächster Zeit weitergeht. Und diese Gedanken machen sich Schüler, Eltern und Lehrer.

Es treten "Symptome" auf, die diese Corona-Zeiten mit sich bringen.

Damit sollte aber niemand alleine sein und bleiben. Vielleicht hilft schon das Chatten oder Telefonieren mit guten Freunden oder das gemeinsame Gespräch in der Familie. Wenn aber nicht, darf man sich auch Hilfe holen.

Die Beratungsmöglichkeiten am LFG bestehen weiterhin - auch in den Ferien ist das Beratungsteam für Dich und für Sie erreichbar. Per Mail oder per Telefon können wir Euch und Sie unterstützen und bei genügend Abstand auch live.

Kontakt: mieth(at)lfg-bueren(dot)de; reinking(at)lfg-bueren(dot)de;welslau(at)lfg-bueren(dot)de;

Es gibt auch eine Reihe von Anlaufstellen, die Dir / Ihnen telefonisch oder über eine Online-Beratung per Mail oder Chat weiterhelfen können. Hier eine kleine Übersicht:

Nummer gegen Kummer

Telefonseelsorge

Schulpsychologischer Dienst Kreis Paderborn

https://www.kreis-paderborn.de/kreis_paderborn/buergerservice/amtsverzeichnis/aemter/77-psychologische-beratungsstelle.php

Euch mit all Euren Ängsten und Sorgen wahrzunehmen und Euch Halt anzubieten ist das Ziel des Beratungsteams.

Alles Gute

Euer Beratungsteam am LFG

 

1. Bin ich alleine? Freunde fehlen

Telefon oder über WhatsApp. Jetzt können Kontakte gepflegt werden,

Daher gilt: Lieber über das Nachdenken, was jetzt möglich ist und nicht über das, was jetzt nicht geht.

Die Stärke einer Nachbarschaft, einer Schulgemeinschaft, eines Freundes oder eines Bekanntenkreises ist, dass man immer jemanden kennt, der einem in dieser Sache vielleicht helfen könnte. Man kann sich anrufen, austauschen, Gedanken miteinander teilen, den Familienrat einberufen, in dem man nur liebe Sachen zueinander sagen darf, oder auch Briefe schreiben oder Bilder malen, die jemand anderem einen Impuls für den Tag geben können.

2. Die gute Seite / Entspannung

Und auch positive Aspekte kann eine Kontaktsperre oder Quarantäne-Maßnahme mit sich bringen. Dazu muss sich jeder einfach mal fragen: Was bleibt mir in der jetzigen Situation eigentlich erspart?

Sei es das zeitige Aufstehen, der stressige Weg zur Arbeit/Schule, die manchmal nervigen Kollegen/Lehrer, das Meeting, usw.. Fast jedem fallen hier Situationen ein, die unter normalen Bedingungen unvermeidbar gewesen wären.

3. Was verpasse ich?

"Soziale Kontakte sind nicht alles". Auch andere Aktivitäten, wie Sport oder ein spannender Krimi, können Freude bereiten. Zudem sind viele Aktivitäten, wie Joggen oder Radfahren, nach wie vor möglich. Und auch Spaziergängen mit der Familie oder gemütlichen Fernsehabenden steht nichts mehr im Weg.

Und wer doch merkt, dass sich die Stimmung in der Corona-Krise stark verschlechtert, kann mit den Beratungslehrern und der Schulpsychologin Kontakt aufnehmen

4. Du fühlst dich unsicher und fragst dich, wie es weiter geht?

Wir müssen uns klar machen: Auch im Alltag gibt es keine 100%ige Sicherheit. Wir fahren Auto, wir gehen über viel befahrene Straßen und betreiben vielleicht risikoreiche Sportarten. Das stellen wir üblicherweise gar nicht in Frage, auch wenn uns theoretisch jeden Tag etwas passieren könnte. Diese wahrgenommene Sicherheit ist eine Illusion, die wir uns konstruieren - und das ist ganz normal und gesund.

Übertragen auf die jetzige Krise bedeutet das: Das sollten wir auch jetzt tun. Uns Mut geben und Sicherheit. Es könnte immer etwas passieren, aber wenn wir in einen Panikmodus verfallen, macht es das für uns noch schlimmer.

Praktisch heißt das zum Beispiel,…

  • sich die Hände wirklich regelmäßig und richtig gründlich zu waschen - natürlich nicht zwanghaft alle paar Minuten.
  • Menschenmengen vermeiden, sich strikt an die Verhaltenstipps zu Corona halten.

Das schafft uns ein Gefühl von Sicherheit. Auch sich mit den Zahlen und Fakten zum Virus auseinanderzusetzen ist wichtig.

Ich kann jetzt auf den winzig kleinen Balken der Todesfälle sehen, oder ich kann auf den - daran gemessen - sehr, sehr großen Balken der Fälle gucken, in denen das Virus absolut harmlos verläuft. Es ist wichtig, sich klarzumachen: Ich habe immer die Wahl, welchen der Balken ich mir anschaue. Denn wenn ich erst einmal so ein Katastrophendenken beginne, löst das körperliche Reaktionen bei uns aus. Stresshormone werden freigesetzt und so weiter.

Informationen rund um den C-Virus sollte man nur über geeignete und gesicherte Informationskanäle suchen und dies zeitlich auch begrenzen.

- In dieser Zeit ist Ruhe, Entspannung und Beruhigung sehr wichtig, damit wir alle den Ausnahmezustand bewältigen und uns gegenseitig mit einem klaren Kopf unterstützen und helfen können.

- Gerade Kinder sollten auf Hilfsangebote aufmerksam gemacht werden.(s.o.)

5. Langeweile - Wenn mir die Decke auf den Kopf fällt….

Struktur schaffen, Routine weiter erhalten: morgens aufstehen, Zähne putzen und sich anziehen. Und am besten nicht den Jogginganzug, sondern Dinge, die man auch außerhalb der Wohnung tragen würde.

Aufgaben suchen: beispielsweise meine Fußballschuhe putzen, etwas zu recherchieren, Fotos auf dem Computer sortieren oder das Regal aufräumen - auch wenn ich dazu gar keine Lust habe. Arbeit gibt uns das Gefühl von Selbstbestätigung. Wichtig ist, sich danach bewusst zu machen, dass man etwas geschafft hat.

- In Zeiten der Sorgen ist ein strukturierter und planbarer Tagesablauf sehr wichtig! So kann man sich trotz aller Umstände sicher und geborgen fühlen.

Vielleicht findet der ein oder andere auch eine Chance …. Als Macher, als Tröster, als Helfer, als Erklärer, als Unterstützer, als Koch, als Putzfee, als Dachbodenaufräumer oder als Briefeschreiber …. andere zu überraschen!

6. Streit in der Familie

Familienrat mit Gesprächsregeln, Streitschlichtervertrag s.u.

Und auch bei diesem Thema könnt Ihr euch gerne an das Beratungstermin des LFG wenden.

7. Sport ist extrem wichtig:

Der Einfluss auf unser Wohlbefinden ist sehr gut erforscht.

Alles ist besser als nichts!

Wichtig ist nicht die Menge, sondern dass man jeden Tag etwas macht. Sei es im Hausflur mehrfach die Treppen hoch und runter zu gehen, oder ein Workout zum Beispiel auf Youtube.- dort gibt es fast alles: Von Yoga über Pilates, bis hin zur Rückenschule. Gerade ist auch ein guter Zeitpunkt, um mit Achtsamkeitstrainings und Meditation zu beginnen.

8. Hoffnung

Hilfreich sind Pläne für nach der Krise. Es ist eine gute Strategie, sich auf Schönes zu freuen oder es zu planen. Ich schaue in die Zukunft - und das Bild eines gemeinsamen Picknicks in der Sonne, wo ich gemeinsam mit Freunden lache, ist ein tolles Bild. Das schafft Zuversicht.

- Hoffnung. Hierfür sehen wir persönlich gerade überall Zeichen! Menschen musizieren zusammen für andere, gehen für Risikopatienten einkaufen, stärken einander mit „Danke!“ oder „Bleib gesund!“, basteln Plakate, schreiben Briefe an Menschen, die sie nicht kennen. Menschen entwickeln unfassbare Kreativität und machen witzige Sketche über Klopapier oder andere Naturalien, drehen Videos.

9. Material/Tipps für Eltern

Aus dem Schreiben des französischen Bildungsministeriums an alle Eltern:

Möglicherweise neigen Sie dazu, einen minutengenauen Zeitplan für Ihre Kinder zu erstellen. Sie haben große Hoffnungen auf stundenlanges Lernen, ... Sie beschränken die Mediennutzung, bis alles erledigt ist! Aber hier ist die Sache ...

Unsere Kinder haben genauso viel Angst wie wir jetzt. ... In den nächsten Wochen werden die Verhaltensprobleme Ihrer Kinder zunehmen. Ob es Angst, Wut oder Protest ist, dass sie die Dinge nicht normal machen können - es wird passieren. ... Dies ist normal ...

Was Kinder jetzt brauchen, ist sich wohl und geliebt zu fühlen. ... Spielen Sie Brettspiele ... finden Sie virtuelle Ausflüge ... lesen Sie gemeinsam als Familie...

Machen Sie sich keine Sorgen, dass sie in der Schule rückwärts gehen ... Am Ende wird die psychische Gesundheit unserer Kinder wichtiger sein als ihre akademischen Fähigkeiten. Und was sie in dieser Zeit fühlten, wird ihnen noch lange erhalten bleiben, nachdem die Erinnerung an das, was sie in diesen vier Wochen geübt haben, längst verschwunden ist. Denken Sie jeden Tag daran.

…und alle Schüler sitzen im gleichen Boot.

Eltern können Vorsorge leisten

Es gibt keine Patentlösung für die Erziehung, aber Eltern können schützende „Leitplanken“ im Zusammenleben sein:

  • gemeinsame Mahlzeiten
  • Probleme werden in der Familie gelöst
  • Mütter und Väter zeigen ihre Gefühle
  • Eltern sagen ihrem Kind, was sie besonders an ihm mögen
  • Hilfreich können folgende Kommunikationstipps sein:
  • Detektivisches Nachspüren schafft Misstrauen und widerspricht einer aufrichtigen Beziehung.
  • Eine offene An- und Aussprache kann dagegen Zutrauen in Kontakt zueinander aufbauen, wenn das Gegenüber ehrliches Interesse spürt.
  • Eltern zeigen ihre Sicht der Dinge am besten durch „Ich-Botschaften“: ohne Wertung; die Gefühle, Empfindungen und Gedanken, die das Verhalten des Kindes auslöst, beschreiben (spiegeln).

Hinweise für Eltern:

  • Kinder sollten Zutrauen in dem, was sie tun, spüren: Unterstützung, nicht Bevormundung;
  • Kinder sollten lernen ihre Gefühle zu zeigen, in Geborgenheit und Sicherheit.
  • Der Wert eines Menschen hängt nicht von seiner Leistung ab, auch nicht vom Bereich der Schulleistungen.
  • Panik ist ein schlechter Ratgeber, ein gewisses Experimentierverhalten mit gelegentlich unvermeidbaren Verletzungen normal. „Leben ist immer lebensgefährlich“ ermuntert Erich Kästner zur Gelassenheit.
  • Eltern, die im Grunde eine gut gewachsene Beziehung zu ihrem Kind haben, wissen und spüren, wo es brenzlig wird.
  • Erziehungs- und andere Beratungsstellen können klären, helfen und beruhigen

Download: Streischlichtervertrag

Tipps bei Motivationsroblemen im „Unterricht zu Hause“

1.Was möchte ich gerne nach meinem Schulabschluss machen?
2.Bei größeren Hürden kleine Etappenziele definieren!
3.Wie kann ich mich belohnen?
4.Im Blick haben, was man alles schon geschafft hat (Streichen auf einer to do Liste)
5.Welche Aufgaben machen mir Spaß-mit denen beginnen.
6.Wie würde ein Vorbild von mir mit der Situation umgehen?
7.Abwechslung in die Art der Erledigung bringen – mal ein anderer Platz, mal ein anderer Stift, Lernaufgaben im Gehen, evtl. draußen erledigen. Von Papa abends bei einem flotten Spaziergang abfragen lassen.
8.Überlegen, was einem fehlen würde, wenn es gar keine Schule/Schulaufgaben gäbe?
9.Wie möchte ich meinen Tag beginnen, z.B. wie will ich geweckt werden?
10.Welche Musik gibt mir Schwung?
11.Was mag ich Leckeres zum Frühstück oder in den Pausen?
12.Mit wem kann ich gut über Schulaufgaben sprechen (skypen)? Wie können wir uns gegenseitig helfen?
13.Wenn ich nicht alles schaffe, ist das nicht schlimm! Es geht anderen auch so.
14.Wie kann ich meinen Tag strukturieren, so dass es klar abgesteckt ist, wann Schulzeit, wann Freizeit ist?
15.Sei Dir klar, dass Du nicht allein bist mit den derzeitigen Schwierigkeiten, es ist ein Stückchen normal, dass da der „Schwung“ fehlt. Kritisiere Dich nicht zu sehr, sei überzeugt, dass Du es schaffen kannst.

Quellen

Verändert nach https://www.echo24.de/heilbronn/coronavirus-heilbronn-kontaktsperre-folgen-psyche-hilfetelefon-13617610.html, Zugriff 03.04.2020
Verändert nach https://www.hessenschau.de/gesellschaft/tipps-von-psychotherapeutin-so-koennen-wir-die-psychische-belastung-durch-corona-meistern,corona-psyche-100.html, Zugriff 03.04.2020
Verändert nach https://www.malteser-st-bernhard-gymnasium.de/beratung/beratung-in-zeiten-von-corona.html Zugriff 03.04.2020 (àInformationen der Notfallseelsorge Rheinland (2020) von, B. van der Heyden & Prof. Dr. H. Karutz; Informationen von www.quarks.de (2020); Achtsamkeitsübungen und Regeln der Psychohygiene (diverse Bücher))