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Privates Liebfrauengymnasium Büren

Wir nehmen Abschied von Burkhard Hellwig

15.02.2021

„Ich setzte den Fuß in die Luft und sie trug.“ – Hilde Domin

Mit großer Betroffenheit und Trauer nimmt das Liebfrauengymnasium Abschied von seinem stellvertretenden Schulleiter, Burkhard Hellwig, der am 15.2.2021 im Alter von nur 66 Jahren plötzlich verstorben ist. Burkhard Hellwig war von Sommer 1984 bis zum jetzigen Zeitpunkt 37 Jahre als Lehrer für Mathematik und Sozialwissenschaften und von 2008 bis zu seinem unerwarteten Tod als stellvertretender Schulleiter am Liebfrauengymnasium in Büren tätig.

Burkhard Hellwig hat sich von Beginn seiner Tätigkeit in besonderem Maße für unsere Schule eingesetzt und sich mit ihr jederzeit persönlich identifiziert. Er hat so das Bild der Schule nach innen und außen deutlich geprägt. Schon zu Beginn seiner Tätigkeit wurde er zum Mitglied des Lehrerrates gewählt und vertrat viele Jahre die Interessen der Kolleginnen und Kollegen. Ebenso übernahm er sehr schnell das Amt des Fachkonferenzvorsitzenden im Fach Sozialwissenschaften.

Fast vierzig Jahre lang unterrichtete Burkhard Hellwig die Fächer Mathematik und Sozialwissenschaften und lange Jahre auch das Fach Informatik, das er an unserer Schule aufbaute und mit hohem Sachverstand etablierte. Besonders am Herzen lag ihm immer auch die Modernisierung der Schule sowohl bei schulverwaltungstechnischen Abläufen als auch bei baulichen Maßnahmen. In diesem Zusammenhang baute er die Schulverwaltungssysteme konsequent auf und erlangte dabei ein beispielhaftes Sachwissen, das er gern an Kolleginnen und Kollegen weitergab.

Als langjähriger Beratungslehrer und Oberstufenkoordinator war Burkhard Hellwig seinen Schülerinnen und Schülern besonders zugewandt. Durch seine Aufgeschlossenheit und seinen Ideenreichtum fand er für sie auch in schwierigen Situationen angemessene Lösungen und begleitete Generationen von Schülerinnen und Schülern zum Abitur. Er wusste Schülerlaufbahnen stets vorausschauend zu analysieren und stellte in seiner Beratung dabei immer jede einzelne Schülerin/ jeden einzelnen Schüler  mit den je eigenen Möglichkeiten in den Mittelpunkt; eine wichtige Gabe angesichts der Vielzahl rechtlicher und organisatorischer Bedingungen rund um das Abitur. Bei der Erstellung von Klausurplänen behielt er trotz aller komplexen und individuellen Einflussfaktoren jederzeit den Überblick und den Blick für das sinnvoll Machbare.

In den vergangenen Jahren war Burkhard Hellwig als stellvertretender Schulleiter in alle Baumaßnahmen und Modernisierungen der Schule einbezogen. Ideenreich, meinungsstark, aber auch jederzeit kompromissfähig und mit dem notwendigen Blick für das finanziell Mögliche initiierte und begleitete er alle wesentlichen Bau- und Modernisierungsmaßnahmen. Bei all diesen Überlegungen lag sein besonderes Augenmerk aber auch darauf, dass das Liebfrauengymnasium weiterhin seine besondere Ausprägung bewahrt. Ihm war wichtig, dass die Schule stets Heimat für ihre Schülerinnen und Schüler sein kann, dass gegenseitiges Vertrauen herrscht und dass die Schule eine echte Schulgemeinschaft darstellt. Wichtig waren ihm daher auch stets Veranstaltungen wie Schulfeste, Ehemaligentreffen oder die Schulfahrten in die Toskana oder nach Rom. Ein besonderer Ausdruck der „Nähe“, die er stets pflegte, ist der Umstand, dass er nie „auf Termin“, sondern stets mit wortwörtlich „offener Tür“ arbeitete.

Burkhard Hellwigs besondere Liebe galt dem Sport, der Natur und dem Wandern. So ist es nicht weiter verwunderlich und es entspricht seinem besonderen Naturell, dass er damit auch seine Schülerinnen und Schüler anzustecken wusste und er eine einwöchige Oberstufenwanderfahrt mit Selbstversorgung in einer Berghütte in Tirol anbot. Diese Fahrt fand einen so hohen Anklang, dass sie über Jahrzehnte zum festen Bestandteil des Fahrtenprogramms der Schule gehörte und sich noch heute Gruppen ehemaliger Schülerinnen und Schüler zu gemeinsamen Wochenenden in dieser Hütte verabreden.

Burkhard Hellwig hat das Bild der Schule über Jahrzehnte maßgeblich geprägt. Er wird für die Schulgemeinschaft des Liebfrauengymnasiums als eine ganz besondere Persönlichkeit in Erinnerung bleiben, die nicht nur die Schule, sondern auch den Menschen im Blick hatte.

Darüber hinaus verlieren viele von uns mit Burkhard Hellwig nicht nur einen außergewöhnlichen Kollegen, sondern auch einen guten Vertrauten und einen persönlichen Freund. Er hinterlässt seine Ehefrau und drei erwachsene Kinder. Ihnen gelten von ganzem Herzen unsere Gedanken und Gebete sowie unser besonderes Mitgefühl.

Thorsten Harnischmacher, Schulleiter

Reinhard Herbst, ehemaliger Schulleiter