Ausstellungsbesuch zum Widerstand im Nationalsozialismus

Am 29. und 30. Januar 2026 besuchten die GEWI-Kurse der Jahrgangsstufe 10 sowie der Geschichtsgrundkurs der Q1 die Ausstellung „Widerstand in SS-Uniform“ in der Niedermühle in Büren. Im Mittelpunkt stand dabei die historische Figur Kurt Gerstein, ein SS-Offizier, der mit Hilfe seiner Stellung im nationalsozialistischen System versuchte, die Verbrechen des NS-Regimes aufzudecken.

Die Ausstellung bot den Schülerinnen und Schülern einen differenzierten Zugang zu der Frage, was Widerstand im Nationalsozialismus eigentlich bedeutet. Anhand von Gersteins Biografie wurde ihnen deutlich, dass Widerstand im Nationalsozialismus nicht immer eindeutig, heroisch oder öffentlich war, sondern sich oft in inneren Konflikten, widersprüchlichem Handeln und persönlichen Risiken zeigte.

Besonders intensiv beschäftigten sich die Lerngruppen mit der Frage: Ab wann beginnt Widerstand – und was gilt überhaupt als Widerstand? Ist es der offene Protest, die Verweigerung von Befehlen, das Weitergeben von Informationen oder bereits das bewusste Zweifeln und innere Distanzieren? Die Ausstellung regte dazu an, einfache Schwarz-Weiß-Zuschreibungen zu hinterfragen und historische Urteile differenziert zu fällen.

Der Besuch ermöglichte nicht nur eine vertiefte Auseinandersetzung mit der NS-Zeit, sondern stellte auch einen wichtigen Gegenwartsbezug her: Zivilcourage, Verantwortung und moralische Entscheidungen sind Fragen, die auch heute von großer Bedeutung sind.