Was kommt nach dem Abitur? Wie übernimmt man Verantwortung in einer globalisierten Welt? Und was bedeutet eigentlich „Bevölkerungsschutz“ in der Praxis?
Diesen Fragen gingen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Zukunftsakademie aus der Q1 auf den Grund. Das Ziel: Die Malteser Zentrale in Köln. Im Rahmen der Akademie, die sich die Persönlichkeitsentwicklung und Horizonterweiterung unserer Oberstufenschülerinnen und -schüler auf die Fahnen geschrieben hat, bot dieser Tag tiefe Einblicke in Arbeitswelten abseits der klassischen Karrierewege.
Der Vormittag stand ganz im Zeichen der Vielfalt. Die Schülerinnen und Schüler lernten die verschiedenen Facetten der Malteser Werke kennen. Sebastian Lambertz präsentierte den Schülerinnen und Schülern die Säulen der Malteser unter dem Titel "Tradition trifft Teamgeist". Dabei wurde schnell klar: Das Spektrum reicht weit über den bekannten Rettungsdienst hinaus. Ob soziale Dienste, die Arbeit mit Geflüchteten oder Jugendhilfe – das Engagement der Malteser und der Malteser Werke ist so vielfältig wie die Herausforderungen unserer Gesellschaft.
Besonders beeindruckend war der Einblick in die Arbeit von Malteser International. Graf von Mirbach-Harff, Generalsekretär MI, gab einen persönlichen Einblick in die Arbeit dieser globalen agierenden Abteilung. Wenn weltweit Krisen oder Naturkatastrophen ausbrechen, koordiniert die Zentrale von Köln aus die Hilfe vor Ort. Für die Q1-Schülerinnen und Schüler war es eine spannende Gelegenheit, zu erfahren, wie professionelle humanitäre Hilfe funktioniert und welche beruflichen Wege in internationale Organisationen führen können.
Theorie ist gut, Praxis ist besser. Nach den Vorträgen schlüpften die Jugendlichen selbst in die Rolle von Entscheidungsträgern. In einem intensiven Planspiel zum Thema Bevölkerungsschutz simulierten sie den Ernstfall.
Angeleitet von der Abteilung "Katastrophenschutz" wurden sie in einem fiktiven Szenario vor die Herausforderung gestellt, unter Zeitdruck Ressourcen in den Blick zu nehmen und Hilfe in Waldbrandszenario zu koordinieren. Schnell wurden die Lerneffekte deutlich: Kommunikation in Stresssituationen, Prioritätensetzung und die Erkenntnis, dass komplexe Probleme nur im Team gelöst werden können. Das Planspiel machte deutlich, dass hinter jeder Hilfsmaßnahme ein hochkomplexes logistisches und strategisches Gerüst steckt.
Das Ziel der Zukunftsakademie am Liebfrauengymnasium ist es, den Blick zu weiten und die Schülerinnen und Schüler darin zu bestärken, ihre eigenen Talente im Dienst der Gemeinschaft zu entdecken. Der Besuch in Köln hat gezeigt, dass „Zukunft“ nicht allein auf schulischem Wissen beruht, sondern ebenso darauf, mit der eigenen Persönlichkeit eine nachhaltige Bereitschaft zu entwickeln, Verantwortung zu übernehmen.
„Es war beeindruckend zu sehen, wie professionell Hilfe organisiert wird – egal ob hier in der Region oder am anderen Ende der Welt. Das Planspiel hat uns gezeigt, dass man in Krisen einen kühlen Kopf bewahren muss“, so das Fazit eines Teilnehmers.
Wir danken den Maltesern und den Malteser Werken für die Gastfreundschaft und die inspirierenden Einblicke.