In diesem Jahr boten das Liebfrauengymnasium und das Mauritiusgymnasium wieder eine Gedenkstättenfahrt nach Oświęcim und Krakau (Polen) an. Vom 14.06. – 19.06.2026 fuhren insgesamt 30 Schüler:innen vom Mauri und LFG mit, sowie jeweils zwei Lehrer:innen. Die Fahrt gab uns die Möglichkeit, Geschichte nicht nur aus dem Unterricht zu kennen, sondern auch an den Orten des Geschehens zu erleben. Sie regte zum Nachdenken an und hinterließ bei vielen von uns einen bleibenden Eindruck. Im Vorfeld bereiteten wir uns durch einen Workshop im Pfarramt St. Nikolaus in Büren auf die emotionale Fahrt vor.
Am Montag, den 15.06. besichtigten wir das ehemalige Konzentrations- und Stammlager Auschwitz I. Während der Führung erhielten wir einen Einblick in die Geschichte des Lagers und die unmenschlichen Bedingungen, unter denen die Häftlinge dort leben mussten. Besonders bewegend war der Besuch der noch erhaltenen Gaskammer und des Krematoriums, welche uns die systematische Ermordung unzähliger Menschen und die Grausamkeit der nationalsozialistischen Verbrechen vor Augen führten. Auch persönliche Gegenstände der Opfer, Dokumente und die erhaltenen Gebäude machten das unvorstellbare Ausmaß des Holocaust greifbar.
Am darauffolgenden Tag (Dienstag, 16.06.) haben wir Auschwitz II-Birkenau besichtigt. Dort wurde uns vor allem die unglaubliche Größe und das Ausmaß des Lagers bewusst. Bereits am Eingang gingen wir durch das bekannte Torhaus und entlang der Schienen, auf denen die Züge mit den Häftlingen ankamen. Zudem hinterließen die vielen Baracken, sowie Kinderbaracken und die unterirdischen Überreste der Gaskammern bei uns starke Eindrücke.
Anschließend besuchten wir die Ausstellung des Künstlers Marian Kołodziej. Er gehörte zu den ersten Häftlingen des Konzentrationslagers Auschwitz und überlebte mehrere nationalsozialistische Konzentrationslager. Sein Schicksal und sein Leid wurden mit seinen Zeichnungen, die er Jahrzehnte später anfertigte, eindringlich dargestellt. Trotz oder eben wegen der vielen bedrückenden Eindrücke aus den Gedenkstätten sowie der Ausstellung blieb in vielen Gesprächen und dem gemeinsamen Austausch auch Zeit, als Gruppe zusammenzuwachsen und sich durch Austausch über die schreckliche Zeit gegenseitig zu unterstützen.
Unser nächster Tag (Mittwoch, 17.06.) begann mit der Weiterfahrt nach Krakau. Dort angekommen konnten wir die beeindruckende Stadt im Rahmen einer Stadtführung entdecken. So waren unter anderem die Krakauer Tuchhallen, die Burg Wawel oder die Marienkirche einige Sehenswürdigkeiten, die wir besichtigen durften. Am Nachmittag erzählte uns Monika Goldwasser in einem Zeitzeugengespräch ihre emotionale Lebensgeschichte. So gaben ihre Eltern sie in ein Waisenhaus ab, bevor sie von den Nationalsozialisten verschleppt wurden und nahmen statt ihr eine Puppe mit, damit nicht auffiel, dass ihre Tochter nicht mitkam. Später wurde sie von einem polnischen Ehepaar adoptiert und als Christin großgezogen. Sehr ergreifend war vor allem, dass sie selbst erst im Alter von 23 Jahren erfuhr, dass sie jüdisch ist. Durch ihre Erzählungen erfuhren wir, dass Juden in Polen auch heute noch immer Anfeindungen ausgesetzt sind.
An unserem letzten Tag (Donnerstag, 18.06.) besuchten wir zunächst das Schindler-Museum in Krakau. Die Ausstellung vermittelte einen eindrucksvollen Einblick in das Leben der Krakauer Bevölkerung während der deutschen Besatzung im zweiten Weltkrieg. Dabei erfuhren wir mehr über das Schicksal der jüdischen Bevölkerung sowie über Oskar Schindler, der durch seinen Einsatz mehr als 1.000 Jüdinnen und Juden das Leben rettete.
Anschließend setzen wir unsere Stadtführung durch Krakau fort. Dabei besichtigten wir unter anderem das ehemalige jüdische Ghetto und eine Synagoge und erhielten weitere Einblicke in die jüdische Geschichte. Diese historischen Orte machten die gewonnen Eindrücke noch greifbarer und regten zum Nachdenken an.
Zum Abschluss hatten wir noch etwas Freizeit, um Krakau selbstständig zu erkunden und traten danach die Heimreise an.
Die Gedenkstättenfahrt war für alle Teilnehmenden eine eindrucksvolle und lehrreiche Erfahrung. Durch die Besuche der historischen Orte, Ausstellungen und Gedenkstätten konnten wir unser Wissen über den Holocaust und den Zweiten Weltkrieg vertiefen und die Schicksale der Opfer besser nachvollziehen. Besonders deutlich wurde uns, wie wichtig es ist, die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus lebendig zu halten und sich aktiv gegen das Vergessen einzusetzen. Die Erlebnisse während der Fahrt haben uns noch stärker bewusst gemacht, Verantwortung für eine demokratische, tolerante und menschenwürdige Gesellschaft zu übernehmen.
Jana Krez & Lina Mergelmeyer (Q1)