Schulleiter Thorsten Harnischmacher verabschiedet

Mit einer bewegenden Feierstunde ist Schulleiter Thorsten Harnischmacher am Liebfrauengymnasium verabschiedet worden. Nach acht Jahren als Schulleiter wechselt er in die Qualitätsanalyse der Katholischen Schulen im Erzbistum Paderborn und im Bistum Essen. Zahlreiche Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter aus Schule, Schulträgerschaft, Politik, Elternschaft und Kollegium würdigten sein Engagement für das Liebfrauengymnasium und blickten gemeinsam auf eine prägende Zeit zurück.

Den musikalischen Rahmen der Veranstaltung gestaltete Alexander Leemhuis am Klavier. Mit stilsicherem und einfühlsamem Spiel sorgte er bereits zu Beginn für eine festliche Atmosphäre.

Für die Schulträgerin, die Malteser Werke, dankte Frau Schmitz Thorsten Harnischmacher für seinen unermüdlichen Einsatz. Besonders hob sie seine Hartnäckigkeit, Vielseitigkeit und große Energie hervor. Das Liebfrauengymnasium habe sich in den vergangenen Jahren als „Ort des Lernens, Glaubens und der Begegnung“ weiterentwickelt – ein Verdienst, das eng mit seinem Wirken verbunden sei. Mit großem Herz für die Schülerinnen und Schüler sowie für die Mitarbeitenden habe er gemeinsam mit vielen Beteiligten das Profil der Schule geschärft und weiterentwickelt. Für seine neue Aufgabe wünschte sie ihm Erfolg, Freude und Gottes Segen – verbunden mit einer Träne im Auge über seinen Abschied.

Auch Bürens Bürgermeister Burkhard Schwuchow fand stellvertretend für Landrat Christoph Rüther sowie die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister des Einzugsgebiets persönliche und emotionale Worte. Er erinnerte daran, wie schnell Thorsten Harnischmacher in seine Aufgabe hineingewachsen sei und dass er stets erreichbar gewesen sei, wenn Herausforderungen zu bewältigen waren. Besonders die Corona-Pandemie habe gezeigt, dass er jemand sei, „der Dinge regelt“. Die vorübergehende Schließung des Liebfrauengymnasiums als erste Schule im Kreis Paderborn, die Rückkehr zum neunjährigen Bildungsgang (G9) und viele weitere Veränderungen habe er mit großer Umsicht begleitet. Das Liebfrauengymnasium sei für ihn immer eine Herzensangelegenheit gewesen. Gleichzeitig zeigte sich Schwuchow überzeugt, dass die Schule auch künftig gut aufgestellt sei.

Im Namen der Elternschaft sprach Susanne Henneken. Sie bezeichnete Thorsten Harnischmacher als Visionär, verlässlichen Partner und Krisenmanager. Seine Zeit als Schulleiter sei eine logistische Meisterleistung gewesen. Gerade in den herausfordernden Jahren der Pandemie habe er Eltern Sorgen genommen, Schülerinnen und Schüler unterstützt und die Schulgemeinschaft sicher durch schwierige Zeiten geführt. Zudem habe er die Digitalisierung der Schule vorangetrieben und wichtige Weichen für die Zukunft gestellt. Mit Blick auf die steigenden Schülerzahlen und den notwendigen Ausbau der Schulgebäude würdigte sie insbesondere seinen Einsatz bei der Planung der Aufstockung des Neubaus. Auch wenn die Ergebnisse dieser Arbeit erst in den kommenden Jahren sichtbar würden, habe er hierfür das Fundament gelegt. Die Eltern verabschiedeten ihn mit großem Respekt und Dankbarkeit für alles, was er für die Kinder und das Liebfrauengymnasium geleistet habe.

Einen besonders unterhaltsamen Beitrag gestaltete Andrea Balthaus stellvertretend für das Kollegium. In einer ebenso humorvollen wie wertschätzenden Rede nahm sie das Publikum mit auf eine imaginäre Reise durch einen Buchladen. Dabei verglich sie Thorsten Harnischmacher unter anderem mit einem Flamingo – eine Anspielung auf ein Karnevalskostüm aus vergangenen Jahren. Der Flamingo stehe für Geselligkeit und Gemeinschaftssinn, Eigenschaften, die auch den scheidenden Schulleiter auszeichneten. Gleichzeitig sei der Vergleich an einer Stelle unpassend, denn Flamingos gelten als wenig musikalisch. Thorsten Harnischmacher hingegen habe die musikalische Arbeit an der Schule stets unterstützt, den Schulchor verstärkt und bei Gottesdiensten regelmäßig selbst die Orgel gespielt. Weitere Anekdoten erinnerten an den beinahe vom Schnee vereitelten Aufbau des „Concert of Dreams“ im vergangenen Winter sowie an sein 25-jähriges Dienstjubiläum, nach dem er – augenzwinkernd betrachtet – einem vermeintlichen „Fluch“ gefolgt sei und die Schule nun ebenfalls verlasse. Im Namen des gesamten Kollegiums dankte Andrea Balthaus für die gemeinsame Zeit und die vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Neben den Redebeiträgen sorgten zahlreiche musikalische und kreative Beiträge für besondere Momente. Die Fachschaften Deutsch und Englisch sowie die Koordinatorinnen und Koordinatoren verabschiedeten ihren Schulleiter mit einer eigens umgedichteten Version des Liedes „An Tagen wie diesen“. Die Lehrkräfte überzeugten mit einer gelungenen Interpretation des bekannten Cupsongs „When I’m Gone“. Einen weiteren Höhepunkt des Abends bildete der Auftritt von Salma Meyer (9c) und Fabian Rose (10c), die mit ihrer berührenden Interpretation von „Both Sides Now“ aus dem Film CODA für einen der emotionalsten Momente der Veranstaltung sorgten.

Auch der Lehrerrat verabschiedete Thorsten Harnischmacher auf kreative Weise. Gemeinsam mit den Fachschaften wurde ihm symbolisch ein Koffer für seine neue Aufgabe gepackt – gefüllt mit guten Wünschen, Erinnerungen und hilfreichen Wegbegleitern für seinen zukünftigen Dienst im Generalvikariat.

Ein Novum am Liebfrauengymnasium stellte der Auftritt des neu formierten Lehrerorchesters dar. Mit seinem ersten öffentlichen Auftritt begeisterte es das Publikum und setzte einen weiteren musikalischen Glanzpunkt des Abends.

In seiner abschließenden Rede ließ Thorsten Harnischmacher seine Jahre als Schulleiter noch einmal Revue passieren. Chronologisch erinnerte er an zahlreiche Höhepunkte und Herausforderungen seiner Amtszeit: an Schulfahrten nach Rom und in die Toskana, die Errichtung des Grünen Klassenzimmers, die Bewältigung der Corona-Pandemie sowie viele weitere Projekte und Entwicklungen. Zugleich sprach er seinen Dank an die Malteser Werke als Schulträgerin, an die kommunalen Partner, Landrat Christoph Rüther, die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Region, das Kollegium sowie die Mitarbeitenden in Schulbüro, Haustechnik und Reinigung sowie die vielen anwesenden Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter aus. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit sei für ihn stets eine wichtige Grundlage seiner Arbeit gewesen.

Mit lang anhaltendem Applaus verabschiedete die Schulgemeinschaft schließlich einen Schulleiter, der das Liebfrauengymnasium in den vergangenen acht Jahren mit großem Engagement, Weitblick und Menschlichkeit geprägt hat. Für seine neue Aufgabe in der Qualitätsanalyse der katholischen Schulen wünschen ihm alle Beteiligten Gottes Segen, viel Erfolg und Freude.